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Nur noch zweimal.

8. Juli
2 Min. Lesezeit

Nur noch zweimal werde ich dich vom Kindergarten abholen.


Nur noch zweimal wirst du als Kindergartenkind durch diese Tür gehen.


Dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt.


Wir verabschieden uns von liebgewonnenen Gesichtern. Von vertrauten Wegen. Von einem Ort, der drei Jahre lang ganz selbstverständlich zu unserem Alltag gehört hat.


Und irgendwie auch von einer Version von dir.


Die kleine Version von dir, die vor drei Jahren nicht ohne Kuscheltier in den Kindergarten gegangen ist, gibt es nicht mehr.


Deine Begrüßungen sind inzwischen cool geworden statt stürmisch.


Die Kuscheltiere warten mittlerweile im Bett.


Und du bist fast zu schwer geworden, um dich hochzuheben.


Nach der Geburt deiner kleinen Schwester ist ein kleiner Tornado über unser Leben hinweggefegt.


Vieles war neu. Vieles laut. Vieles gleichzeitig.


Und während wir versucht haben, uns als Familie neu zu sortieren, bist du einfach weitergewachsen.


Jetzt, wo sich der Sturm langsam legt, sehe ich diesen großen Jungen vor mir.


Eine neue Version von dir.


Aus dir ist nicht nur ein großer Bruder geworden.


Sondern auch ein Schulkind.


Vielleicht sind es genau solche Übergänge, an denen wir plötzlich sehen, was im Alltag ganz unbemerkt passiert.


Unsere Kinder verändern sich ständig.


Ein bisschen jeden Tag.


So langsam, dass wir es kaum bemerken.


Bis irgendwann etwas zum letzten Mal passiert.


Der letzte Kindergartentag.


Das letzte Mal durch diese Tür.


Und plötzlich steht da nicht mehr das Kind, das vor drei Jahren hineingegangen ist.


Es fällt mir schwer, das Kindergartenkind ganz loszulassen.


Und gleichzeitig ist es so schön, diese neue Version von dir kennenzulernen.


Vielleicht gehört genau das zum Elternsein.


Immer wieder ein kleines bisschen loslassen.


Und darauf vertrauen, dass hinter dem, was gerade endet, schon etwas Neues auf uns wartet.


Loslassen. Wachsen. Vertrauen.

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